10 Nov

Besuch der Gedenkstätte Bergen-Belsen – aus der Sicht einer Schülerin

Auf dem Parkplatz konnte man nicht viel sehen, nur einen großen grauen Kasten. Und ein etwas kleineres Gebäude. In dieses kleinere Gebäude sind wir hineingegangen. Drinnen ist ein großer Raum. Hinten rechts steht eine Miniaturansicht von dem Gelände. Es ist sehr groß. In dem Raum hängen sonst nur noch Bilder und es gibt einen Infostand. Mit unserer Führerin sind wir in den Theorieraum gegangen und sie hat uns mit ein paar Folien sehr ausführlich die Entstehung von dem Konzentrationslager erklärt. Anschließend sind wir zur Rampe gefahren. Der Weg dorthin führte uns an vielen Holzfiguren vorbei, auf denen Aussagen von Gefangenen standen oder die einfach nur bemalt waren.
An der Rampe sieht man einen Infostand und eine Zugstrecke, die heute noch in Betrieb ist, aber nur für die Bundeswehr, um Panzer zu verladen. Sonst gibt es noch einen Waggon, den man auch betreten kann. In ihm sind viele weiße Linien in gleichmäßigen Abständen auf dem Boden zu sehen, wie bei einem Schachbrett. Sie helfen, um einem klar zu machen, wie wenig Platz die Gefangenen auf ihrer tage- oder gar wochenlangen Fahrt zum Lager hatten. Dementsprechend war die Fahrt ins Lager ein einziges Gedränge und die hygienischen Zustände müssen grauenvoll gewesen sein.
Danach sind wir wieder zurück zur Gedenkstätte gefahren. Von dort aus sind wir auf das Gelände des Lagers gegangen.
Es stehen dort keine Häuser mehr, es gibt nur noch Lichtungen, dort wo die Gebäude mal standen. Auffällig waren die vielen Steine, die auf Mauerresten oder Gedenksteinen lagen. Sie haben was mit dem jüdischen Glauben zu tun, denn die Besucher legen Steine statt Blumen zum Gedenken an die Opfer hin.
Leider fing es an zu regnen und wir mussten den Rundgang nach dem Besuch der ehemaligen Latrinen abbrechen. Wir besuchten dann die Ausstellung, sie war nicht sonderlich groß, aber es gab sehr viel zu sehen. Es gab mehrere Filme aus der damaligen Zeit und die Bilder sind erschreckend, die man da sieht, insbesondere bei den Aufnahmen, die direkt nach der Befreiung des Lagers gemacht worden sind. Es sind auch noch sehr viele Gegenständen aus den Baracken in der Ausstellung zu sehen: Knöpfe, Geld, Schuhe, Besteck, Teller und ein Sträflingsanzug hing auch aus.
Im Großen und Ganzen ist es überwältigen, was man sieht, und man kann es nicht so wirklich glauben. Ich kann es nur empfehlen, die Gedenkstätte zu besuchen. Auch ohne Führer/in ist es sehr informativ.
Ann-Marie Marucha